Die große Revolution der Menschheit

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Vor etwa 8000 Jahren begann die große Revolution der Menschheit. Zweihunderttausend Jahre warteten wir auf dieses Ereignis, das uns aus dem unsicheren Leben von der Hand in den Mund zu einem Leben in Würde führen sollte.

Es begann im Zweistromland, als mehr produziert wurde als nötig. Einige friedeten Land ein und gaben den Menschen Lohn, damit sie auf den Feldern arbeiteten. Mit dem Lohn konnten sie das kaufen, was auf dem Markt angeboten wurde. Das was übrigblieb kam in die Lager der Eigentümer der Ländereien. Sehr viel passierte dann nicht, außer, dass vor 5000 Jahren das Rad erfunden wurde.

Es dauerte fast weitere 5000 Jahre, bis es schien, als wäre die Menschheit bereit für einen neuen Sprung. Plötzlich wurden fremde Erdteile entdeckt, der Buchdruck erfunden, die Sonne in den Mittelpunkt gestellt und Newton fiel ein Apfel auf den Kopf.

Alles drängte auf einmal nach vorne und der Wettbewerb begann. Die Händler wetteiferten mit den interessantesten Produkten um die niedrigsten Preise. Mit der Zeit gab es Webstühle, Dampfmaschinen, Elektrizität, das Penicillin wurde entdeckt, die DNA entschlüsselt, Flugzeuge flogen, das Fernsehen wurde erfunden und die Atomkraft freigelassen.

Diese Entwicklung zu immer mehr Fortschritt wurde durch einen ständigen Kampf um die Sicherung der Löhne und Sozialleistungen begleitet. Große Gewerkschaften entstanden, es vergeht keine Woche, wo nicht irgendwo der öffentliche Verkehr ruht, weil um höhere Löhne gekämpft wird. Die Sicherung der Sozialleistungen ist das vorrangige Thema in den Wahlkämpfen.

Obwohl die meisten Menschen bereits ein Leben in Würde führen könnten, überschattet der Kampf um das Überleben immer noch unseren Alltag .

Die Lohnerhöhungen fallen aber nicht vom Himmel. Jedes Mal, wenn die Löhne steigen sollen, muss mehr produziert und verkauft werden. Inzwischen produzieren wir viel mehr, als wir brauchen (geplante Obsoleszenz)
– aber geht es denn überhaupt noch darum, was wir wirklich brauchen?

Der Energie- und Rohstoffbedarf schnellt in die Höhe und der IWF prognostiziert für die nächsten 5 Jahre ein weiteres Wachstum von 25 Prozent. Wir zerstören unsere Lebensgrundlagen aber werfen das, was wir kaufen, nach durchschnittlich der halben Nutzungsdauer wieder weg.

Doch die Lösungen sind da! Die weltweite Vernetzung durch das Internet und die Globalisierung. Und damit befinden wir uns im letzten Stadium unserer Revolution der Menschheit, in der wir die wettbewerbs- und marktbedingte Überproduktion beenden müssen.

Das Internet ermöglicht die direkte Versorgung ohne Markt und Löhne und die Globalisierung erlaubt die weltweite zeitgleiche Umstellung. Direkte Versorgung bedeutet, dass das, was wir benötigen, direkt beim Produzenten bestellt wird und nicht mehr beim Händler.

Damit die direkte Versorgung realisiert werden kann, müssen die Produkte kostenlos verfügbar sein. Kostenlos bedeutet nicht, dass die Produkte nichts wert wären, sondern sie verfügen über ihren Gebrauchswert, also das, was eigentlich wichtig ist. Die Entscheidung, was wir von den Produzenten anfordern, wird dann nur noch über den Gebrauchswert getroffen.

Was würde passieren, wenn alle Produzenten weltweit zeitgleich ihre Produkte kostenlos abgeben? Dann wären alle Menschen bedingungslos versorgt. Auch die Produzenten, also die Unternehmer wären versorgt. Deshalb würden sie die Einnahmen aus ihren Unternehmen überhaupt nicht benötigen. Ja, sie könnten dann sogar nichts mehr mit diesen Einnahmen anfangen, weil nichts mehr gekauft werden muss.

Natürlich benötigt dann auch niemand mehr Löhne, und das ist natürlich die Bedingung dafür, dass bei der Produktion keine Kosten mehr anfallen, dass alle Produkte kostenlos werden.

Jetzt sagt ihr bestimmt: „Was, wenn sich einige mehr nehmen als andere?“

Daran sind wir schon gewöhnt. Der Fortschritt bescherte uns auch die Flatrate. Netflix, das Fitnesscenter, das Deutschland-Ticket. Wenn wir einen Monat lang unsere gesamte Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen würden, würden wir viele tausend Euro verfahren. Aber wer macht das? Wir bedauern eher diejenigen, die täglich weit zur Arbeit fahren müssen und natürlich mehr Fahrgeld umsetzen als jemand, der nur gelegentlich die Öffis nutzt.

Diese Befürchtung ist also vollkommen unbegründet, da wir uns bereits seit vielen Jahren in vielen Bereichen nur das nehmen, was wir brauchen. So, wie Netflix, das Deutschland-Ticket oder das Fitnesscenter niemanden auffordern, unnötig viel fernzusehen, Bahn zu fahren oder zu trainieren, wird dann alle Werbung unnötig sein und verschwindet von ganz alleine.

Wir werden uns deshalb nicht noch mehr nehmen, wenn alles gratis ist, sondern wirklich nur noch das, was wir für ein würdevolles Leben brauchen. Das bedeutet, dass wahrscheinlich nur noch höchstens die Hälfte der Arbeitszeit nötig ist und natürlich viel weniger Energie und Rohstoffe verbraucht werden. Das, was der Markt erreichen soll, nämlich die Rohstoffallokation, wird überflüssig, wenn der Markt verschwindet.

Es gibt noch einen zweiten großen Effekt.

Ein Abschnitt des Buches „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari handelt davon, ob die Menschen in unserer Wohlstandsgesellschaft glücklich sind. Etwas wurde nicht untersucht: Das Beschenktwerden. Wenn wir täglich alles geschenkt bekommen – ist das nicht wie Weihnachten oder Geburtstag? Wäre das nicht das größte Glück der Welt, wenn wir uns keine Sorgen mehr machen müssten, wie wir unseren Lebensunterhalt bekommen?

Dazu kommt noch, dass wir uns eine Arbeit suchen können, die unseren Talenten und Vorlieben entspricht, wenn es nicht mehr um den Lohn geht. Auch die Sicherheit des bedingungslosen Zugangs zu allem Lebensnotwendigen wird unser Glücksgefühl auf der Höhe halten.

Ein Notfallplan

Vor 50 Jahren warnte der Club of Rome eindringlich vor den Gefahren fortschreitenden Wirtschaftswachstums. Aber die Wirtschaft wächst noch heute unbegrenzt weiter, obwohl wir bereits die globalen Grenzen überschritten haben.

Eine Wirtschaft, die alle Menschen versorgt

Heute verhindert der Markt, dass alle Menschen weltweit bedingungslos mit dem Notwendigen versorgt werden.

Gleichzeitig produziert die Weltwirtschaft weit mehr, als tatsächlich benötigt wird.

Schätzungen zeigen: Wir produzieren heute fast doppelt so viel, wie für ein gutes Leben aller Menschen notwendig wäre.

Der Grund dafür liegt im System selbst:

Im Kapitalismus wird nicht produziert, um Bedürfnisse zu erfüllen, sondern um Gewinne zu erzielen und Kapital zu vermehren.

Deshalb erzeugt der Wettbewerb ständig neuen Wachstumsdruck und obwohl die Systemgrenzen bereits überschritten sind, fordert die Politik immer mehr Wachstum. Die Politiker haben ja schließlich die Sicherung unseres Wohlstandes und nicht die Bewahrung der Erde versprochen.

Dieses System des Wettbewerbes und des Marktes hat keinen Regelmechanismus, der das Wachstum drosseln kann.

Können wir überhaupt etwas gegen das zerstörerische Wachstum tun?

Ein Blick auf den Lockdown 2020

Der erste Covid-Lockdown im März 2020 hat gezeigt, wie schnell große Teile der Weltwirtschaft heruntergefahren werden können. Innerhalb weniger Tage wurden viele wirtschaftliche Aktivitäten reduziert oder gestoppt. Das Wachstum wurde nicht nur radikal gestoppt, sondern die Wirtschaft schrumpfte sogar.

Trotzdem kam es nicht zu einem Zusammenbruch der Grundversorgung.

Das zeigt: Eine Gesellschaft kann ihre Produktion auch gezielt begrenzen, ohne dass Menschen hungern oder ohne Versorgung bleiben.

Für eine ökologische Krise oder einen möglichen Kollaps unseres Wirtschaftssystems gibt es jedoch keinen vergleichbaren Notfallplan.

Wachstum, Wettbewerb und Markt hängen unmittelbar zusammen.

Brauchen wir denn den Markt überhaupt noch?

Früher war der Markt notwendig, um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen.

Produzenten mussten ihre Waren auf Märkte bringen, wo sie mit Geld gekauft wurden.

Heute hat sich die Situation verändert. Durch globale digitale Vernetzung können Menschen ihren Bedarf direkt an die Produzenten übermitteln. Produzenten könnten dann die Waren genau dann herstellen oder liefern, wenn sie benötigt werden.

Dieses Prinzip wird bereits in vielen Industrien genutzt und heißt:

  • Just-in-time-Produktion.

Optimierung der Versorgungsketten durch künstliche Intelligenz.

Das bedeutet:

Der Markt wird nicht mehr benötigt, um die Produktion zu koordinieren.

Viele sagen: Das ist doch Utopie!

Ein einfaches Vorbild: die Familie, die die Hälfte des gesellschaftlichen Lebens ausmacht. Dieser Bereich der Wirtschaft ist bloß nicht sichtbar, weil er ohne Markt und Geld funktioniert und deshalb nicht in das BIP eingeht.

In allen Familien gilt:

  •  Niemand stellt Rechnungen aus
  •  Keine Lohnbuchhaltung
  •  Es wird einfach getan, was nötig ist
  • Essen wird gekocht, wenn Menschen hungrig sind.

Niemand würde zur Auswahl drei Mahlzeiten kochen, um dann zwei wegzuwerfen. Die Versorgung orientiert sich direkt am Bedarf.

Was würde passieren, wenn wir dieses Prinzip auf die Wirtschaft übertragen?

Stellen wir uns vor:

Die finanzielle Ebene der Wirtschaft – Preise, Rechnungen und Löhne – würde abgeschaltet. Auch Marx sah die Löhne als Quelle des Mehrwertes und Profits.

Nicht die Löhne sollen abschafft werden, sondern lediglich die Buchhaltung. Dann entstehen in der Wirtschaft keine Kosten mehr und die aus den ursprünglich kostenlosen Rohstoffen hergestellten Produkte können gratis an alle Menschen abgegeben werden.

Die physische Wirtschaft müsste sich dazu überhaupt nicht verändern:

  • Fabriken produzieren weiterhin
  • Lieferketten funktionieren weiter
  • Menschen arbeiten weiterhin

Der Unterschied wäre nur: Produziert wird ausschließlich das, was tatsächlich gebraucht wird.

  • Alle Güter der Grundversorgung wären frei verfügbar.
  • Kein Mensch wäre mehr ausgeschlossen.
  • Eine Wirtschaft des Schenkens entsteht

In einer solchen Wirtschaft würde sich auch das Verhalten der Menschen verändern.

Wenn Produkte Geschenke sind:

  • braucht niemand Werbung
  • gibt es keinen Zwang zur Überproduktion
  • konzentriert sich Innovation auf Qualität, Haltbarkeit und Reparierbarkeit und vollständiges Recycling, wodurch der Rohstoffbedarf sehr stark abnimmt.

Der Wettbewerb würde sich nicht mehr darum drehen, mehr zu verkaufen, sondern darum, bessere Lösungen zu entwickeln.

Alle Menschen wären bedingungslos versorgt.

Ein Übergang ohne Enteignung

Viele sehen eine Vergesellschaftung der Wirtschaft als die einzige Lösung für unsere globalen Probleme an. Dadurch werden zwar temporär neue Strukturen geschaffen aber das Grundprinzip bleibt bestehen, der Markt.

Das Verschwinden des Marktes
führt zum Verschwinden des Eigentums.

Wenn die Produkte frei verfügbar sind, verliert Eigentum automatisch seine ausschließende Funktion, denn auch die heutigen Eigentümer wären dann bedingungslos versorgt. Mit ihren Einnahmen aus ihrem Kapital könnten sie nichts mehr kaufen.

Was bleibt, ist Verantwortung für das Eigentum. Wer diese Last vermeiden möchte, kann es wieder zu Allmende werden lassen.

Wachsen Bedürfnisse dann ins Unendliche?

Ein häufiger Einwand lautet: Wenn Güter kostenlos sind, werden Menschen unbegrenzt konsumieren.

Diese Annahme ist jedoch weder empirisch noch theoretisch nachweisbar.

Der Unterschied zwischen Bedarf und Nachfrage

Im Kapitalismus erscheint Bedarf nur als zahlungsfähige Nachfrage. Das bedeutet: Nur wer Geld hat, kann seinen Bedarf sichtbar machen.

Doch Nachfrage ist nicht dasselbe wie Bedarf.

Viele Menschen haben Bedürfnisse, können sie aber nicht bezahlen – andere kaufen Dinge, die sie eigentlich gar nicht brauchen.

Zum Prinzip des Marktes gehört die Aufforderung zum Kauf. In einer Gesellschaft ohne Markt werden wir uns nur noch das nehmen, was wir wirklich für ein Leben in Würde benötigen.

Versucht euch einmal vorzustellen, was ihr noch kaufen würdet, wenn es keine Werbung und keine künstlichen Bedürfnisse mehr gäbe.

Warum der Kapitalismus Überproduktion erzeugt

Überproduktion entsteht nicht, weil Menschen maßlos konsumieren. Sie entsteht, weil die Wirtschaft ständig neue Absatzmärkte schaffen muss.

Typische Mechanismen sind:

  • geplante kurze Lebensdauer von Produkten
  • intensive Werbung
  • künstlich erzeugte Bedürfnisse, die es normalerweise nicht gäbe
  • kreditfinanziertes Wachstum

Diese Mechanismen dienen nicht der Bedürfnisbefriedigung, sondern der Stabilisierung von Märkten.

Sind menschliche Bedürfnisse wirklich unbegrenzt?

Soziologische und psychologische Studien zeigen:

Wenn die grundlegenden Bedürfnisse erfüllt sind, wächst der materielle Konsum kaum weiter.

Menschen streben vor allem nach:

  • Sicherheit
  • sozialer Anerkennung
  • Sinn
  • Selbstverwirklichung

Nicht nach unbegrenztem materiellen Besitz.

Wie sich Konsum ohne Markt verändern würde

Wenn Einkommen und Preise ihre Bedeutung verlieren, verändert sich auch Konsum.

  • Statussymbole verlieren ihre Funktion.
  • Produkte würden stärker nach realem Nutzen ausgewählt:
  • langlebige Produkte
  • reparierbare Technik
  • hochwertige Materialien
  • Kurzlebiger Ersatzkonsum würde verschwinden.

Vier Grundprinzipien einer Wirtschaft der direkten Versorgung (Einfache Wirtschaft)

  1. Trennung von realer Wirtschaft und Geldsystem

Produktion, Transport und Konsum sind physische Prozesse.

Geld, Preise und Buchhaltung sind lediglich ein Abbild dieser Prozesse.

Die reale Wirtschaft könnte weiter funktionieren, auch wenn dieses finanzielle Abbild entfällt.

  1. Grundversorgung für alle

Wenn alle Menschen Zugang zu den notwendigen Gütern haben, entfällt der Zwang, Arbeit oder Produkte verkaufen zu müssen.

Arbeit kann sich an Sinn und gesellschaftlichem Nutzen orientieren.

  1. Koordination durch Information statt Preise

Ein global vernetztes System könnte Bedarfe direkt sichtbar machen.

Wenn ein Produkt knapp wird, zeigt das System sofort:

  • wo Bedarf besteht
  • wo produziert werden muss
  • wo Ressourcen fehlen

Information und AI ersetzt Preis als Steuerungsmechanismus.

  1. Der Freigebigkeits-Effekt

Wenn die Angst vor materieller Knappheit verschwindet, verändert sich auch menschliches Verhalten.

Viele Studien und Erfahrungen zeigen:

  • Menschen werden unter sicheren Bedingungen kooperativer und großzügiger.
  • Die Wirtschaft würde sich stärker auf Zusammenarbeit statt Konkurrenz stützen.

Wie könnte der Übergang stattfinden?

Ein solcher Systemwechsel müsste weltweit gleichzeitig erfolgen, damit alle Rohstoffe und Zwischenprodukte gleichzeitig ihren finanziellen, ihren Tauschwert verlieren.

So könnte es funktionieren:

Wenn Staaten wegen eines Virus die Wirtschaft stilllegen können, sollten sie bei einer globalen ökologischen Krise auch die Buchhaltung der Wirtschaft aussetzen können, um die Versorgung aller Menschen zu sichern.

Der Covid-Lockdown als Beispiel für einen globalen Notfallmechanismus

Der erste Covid-19-Lockdown im März 2020 war in vieler Hinsicht außergewöhnlich und für viele Menschen sehr ärgerlich.

Aber innerhalb weniger Tage wurden große Teile der Weltwirtschaft heruntergefahren. Fabriken stoppten ihre Produktion, Geschäfte schlossen, Reisen wurden eingeschränkt.

Dieser Eingriff erfolgte nicht durch langwierige parlamentarische Prozesse, sondern im Exekutivmodus der Regierungen.

In Deutschland war die rechtliche Grundlage dafür insbesondere §28 des Infektionsschutzgesetzes, der bei einer epidemischen Lage Maßnahmen zur Gefahrenabwehr erlaubt.

Der Lockdown war daher kein klassisches Beispiel demokratischer Entscheidungsprozesse. Dennoch zeigte er etwas Entscheidendes:

Moderne Gesellschaften sind in der Lage, ihre wirtschaftliche Aktivität innerhalb kürzester Zeit massiv zu verändern, wenn eine existenzielle Gefahr erkannt wird.

Überraschende Stabilität der Versorgung

Trotz der drastischen Einschränkungen brach die Grundversorgung nicht zusammen.

Lebensmittelproduktion, Energieversorgung, Logistik und Gesundheitswesen funktionierten weiter. Die Gesellschaft konzentrierte sich spontan auf die Aufrechterhaltung der wichtigsten Versorgungsstrukturen.

Zugleich entstand weltweit eine bemerkenswerte Form sozialer Kooperation:

  • Menschen akzeptierten Einschränkungen ihres Alltags
  • viele arbeiteten unter schwierigen Bedingungen weiter
  • Nachbarschaftshilfe und freiwilliges Engagement nahmen zu

Der Lockdown zeigte damit, dass in einer Krisensituation Solidarität und Disziplin gesellschaftlich mobilisierbar sind.

Die Lehre aus der Pandemie

Die Pandemie hat gezeigt, dass Staaten über Instrumente verfügen, um auf akute Gefahren schnell zu reagieren.

Diese Instrumente sind jedoch bisher auf gesundheitliche Krisen beschränkt.

Für eine andere, möglicherweise noch größere Bedrohung unserer Zeit – den Klimawandel und die ökologische Überlastung der Erde – existiert bislang kein vergleichbarer institutioneller Mechanismus.

Es gibt viele politische Programme und internationale Abkommen, aber kein rechtliches Instrument, das im Ernstfall einen schnellen systemischen Eingriff erlaubt.

Die institutionelle Lücke

Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist stark vom Zwang zum Wachstum abhängig.

Selbst wenn Regierungen ökologische Ziele formulieren, bleibt die Wirtschaft weiterhin an Märkte, Gewinne und Kapitalverwertung gebunden.

In einer Situation globaler ökologischer Gefahr kann dies zu einem paradoxen Ergebnis führen:

Die Politik erkennt die Notwendigkeit drastischer Veränderungen, während das ökonomische System gleichzeitig auf weiteres Wachstum angewiesen bleibt.

Hier entsteht eine strukturelle Blockade.

Ein möglicher Ausweg: ein Klimanotstandsmechanismus

Analog zum Infektionsschutzrecht könnte ein international abgestimmtes Klimanotstandsgesetz geschaffen werden.

Ein solches Gesetz würde definieren, unter welchen Bedingungen eine ökologische Gefahrenlage vorliegt und welche außergewöhnlichen Maßnahmen dann zulässig sind.

Der entscheidende Punkt wäre ein spezieller Notfallmechanismus für die Wirtschaft, damit die Versorgung der Menschen nicht wegen der Verwertungslogik des Marktes kollabiert.

Ein möglicher Paragraph: Sicherung der globalen Versorgung

Ein zentraler Bestandteil eines solchen Gesetzes könnte ein Paragraph sein, der bei Auslösung des Klimanotstandes automatisch die finanzielle Steuerungsebene der Wirtschaft aussetzt. Für die Durchsetzung ist dann nur noch die Exekutive zuständig. Das bedeutet, dass das Gesetz der „Unsichtbaren Hand des Marktes“ außer Kraft gesetzt wird.

Umsetzung:

  • Rechnungslegung wird ausgesetzt
  • Lohnabrechnungen entfallen
  • Preise verlieren ihre steuernde Funktion

Die physische Wirtschaft – Produktion, Transport und Versorgung – läuft jedoch weiter, die Verteilung der Waren geschieht nicht mehr über den Markt sondern sie erfolgt direkt nach dem Bedarf der Menschen, der mit Hilfe der globalen Vernetzung kommuniziert wird Die AI optimiert die Logistikprozesse.

Werbung entfällt automatisch, der Bedarf wird nicht mehr stimuliert.

Der Zweck eines solchen Mechanismus wäre klar definiert:

Die bedingungslose Versorgung aller Menschen mit lebensnotwendigen Gütern in einer globalen Krisensituation sicherzustellen.

Das Buch zum kostenlosen  download:

 

Ein kleines Erklär-Video (5 Minuten)

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Berlin, den 05.03.2026

Eberhard Licht

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6 Gedanken zu „Die große Revolution der Menschheit“

  1. Also, ich könnte mir diese Welt gut vorstellen. Ich nähe sehr gerne, aber in meiner Familie braucht niemand etwas. Wenn wirklich alle mit dem demokratisch kontrollierten Internet verbunden wären, und jemand eine Hose braucht, könnte er doch eine Anforderung schicken und eine vertrauenswürdige KI würde diese Anforderung zu mir weiterleiten, weil sie weiß, dass ich gerne nähe. Ich würde ihm dann eine Hose nähen und wäre froh, etwas nützliches gemacht zu haben, worüber sich jemand freut. Ich kann mir auch vorstellen, dass ich dann immer mal ein Foto bekomme, wo er mit der neuen Hose war.
    Also ich wünsche ihnen viel Erfolg mit diesem Plan!
    Herzliche Grüße, Hanna

  2. Was bei der Hose funktioniert, muss noch lange nicht beim Smartphone klappen. Einen Smartphone herzustellen erfordert:
    – Seltene Erden aus China
    – Chip-Fertigung in Taiwan
    – Display-Produktion in Südkorea
    – Software-Entwicklung global verteilt
    – Logistik über Kontinente
    – Tausende spezialisierte Zulieferer

    Das Ganze ohne Geld zu koordinieren ist ein Alptraum!
    Aber ich wünsche ebenso viel Erfolg mit diesem Plan!

    1. Das Besondere an diesem Plan ist ja gerade, dass es nicht wie beim Sozialismus frustrierende Enteignungen geben muss, die zum Chaos führen könnten, denn das Eigentum wird von alleine überflüssig. Aber dazu muss man alles lesen. In Punkt 5 ist genau beschrieben, dass es beim Übergang überhaupt keine Veränderungen gibt. Seltene Erden und Chips werden weiterhin geliefert. Warum auch nicht, wenn es keine Preiskämpfe mehr gibt? Werden die seltenen Erden natürlich unter unmenschlichen oder umweltschädlichen Bedingungen gewonnen, dann dauert es vielleicht ein halbes Jahr länger, bis ein neues Handy verfügbar ist, bis diese Bedingungen verbessert sind.
      Wichtig ist auch Punkt 4.6. Die Grenzen unserer Vorstellungskraft.
      Gerade das Geld ist der Alptraum, das Preisdumping und Ausbeutung des globalen Südens ermöglicht.

  3. Naja es gibt viele Idee für eine Gesellschaft ohne Geld. Leider scheitern die oft an der Umsetzung, da Geld auch Vorteile hat. Ich selber war ein Freund des Venus Projektes, aber eine konkrete Umsetzung sehen ich leider nicht. Ich finde man muss die Menschen erst von dem Geld entwöhnen und dann kann man über die Abschaffung von Geld nachdenken. Die Löhne wie in dem Text als Problem dargestellt, sind jedoch kein Problem. Und der Verzicht auf Löhne wird meiner Ansicht nach leider nicht zum Ziel frühen. Hier wird leider eine rein utopische Idee präsentiert, die so nicht umsetzbar ist.

    1. Ein „Entwöhnen“ funktioniert nicht, weil es sich nicht gegen das jährliche Wirtschaftswachstum von mehreren Billionen durchsetzen kann. Genau deshalb haben das Venus Projekt und alle anderen Postwachstumsideen keinen Erfolg.
      Warum die Löhne?
      Was macht Bosch, wenn die Belegschaft eine Lohnerhöhung durchgesetzt hat? Es müssen mehr Waschmaschinen verkauft werden, weil das Geld für die höheren Löhne nicht vom Himmel fällt. Sie werden dann so konstruiert, dass sie sich nicht mehr reparieren lassen. So einfach funktioniert die zerstörerische Wachstumsspirale. Und nebenbei steigen natürlich auch die Profite.
      Die Abschaffung der Löhne wäre eine friedliche Revolution, die jederzeit erfolgen könnte. Die Wirtschaft würde vorerst unverändert weitergehen, nur dass keine Kosten mehr entstehen und alles gratis ist. Was soll daran Utopie sein? Genau so funktioniert die gesamte Reproduktion, ohne die es keine Wirtschaft gäbe!
      Damit wären die Voraussetzungen für das Venus-Projekt geschaffen. Auch das Problem der Wuchermieten wäre gelöst, weil die Eigentümer nichts mehr mit den Mieteinnahmen kaufen könnten. So löst sich mit dem Finanzsystem auch das Eigentum an Produktionsmitteln und Immobilien auf. Enteignungen wären nicht erforderlich.
      Am besten, du liest mal den Text durch, da ist wirklich alles genau beschrieben.

  4. Hi Eberhard,
    ich bin von deinen Ausführungen richtig begeistert und überzeugt; nicht nur weil sie meiner eigenen Vision von Utopia ist machbar.de sehr ähneln, sondern auch weil du die positiven Möglichkeiten von KI und Digitalisierung hervorhebst. Denn damit ist es zum 1. Mal in der Menschheitsgeschichte möglich den Bedarf von 8 Milliarden Menschen zu ermitteln und die Produktions – und Transportwege darauf abzustimmen, dass alle Menschen „just in time“ das kriegen was sie brauchen und welche Arbeiten dafür nötig sind, um das zu realisieren.(Von nüchts, kommt ja bekanntlich nüchts)
    Für eine 100%tige Zustimmung/Unterstützung fehlt mir aber ein Punkt: Mangelnde Unterstützung der Bevölkerung
    Die macht sich an folgenden Punkten/Argumenten fest:
    a) wenn alles umsonst ist, geht keine*r mehr arbeiten
    b) nach dem totalen Hamstern, folgen leere Regale und Chaos
    c) warum soll ich bei so einem Experiment mitmachen, mit dem Klima ist doch Humbug und ich kann mir auch jetzt schon alles leisten, was ich brauche
    d) das ist schreiende Ungerechtigkeit: Die Bankangestellten, Kassierer*innen, Buchhalter*innen, Kontrollettis und Börsianer*innen fahren am Tag X alle in Urlaub oder machen sich einen faulen Lenz und ich als LKW-Fahrer*in, Lehrer*in, Erzieher*in oder Putzmann/frau etc. soll weiter 8-10 h schuppern wie gewohnt?
    Das sind leider ernstzunehmende Widerstände. Mein Vorschlag diese zu entkräften wäre ein weltweites digitales Netzwerk zur Vorbereitung der Abschaffung des Geldes. Wenn alle Menschen, die nach Zeit und Art frei gewählte Tätigkeit, (deswegen sage ich nicht Arbeit dazu)die irgendwie für einen anderen Menschen oder der Allgemeinheit nützlich sein kann in das Netz einspeisen würden und dazu natürlich der individuelle Bedarf, kann dank KI gesehen werden, wieviel Zeit für Produktion und Distribution dafür aufgewendet werden müsste. Und bei der Frage, „wenn du für nichts mehr bezahlen müsstest, alles nehmen kannst, was du brauchst und als Gegenleistung z.B. nur 10 h in der Woche eine frei gewählte Tätigkeit, die einem anderen Menschen oder der Gemeinschaft nützt, machen müsstest, wärest du dann glücklicher als heute?“ haben 90% aller von mir befragten Menschen mit „ja“ geantwortet. D.h. die mögliche Änderung der heutigen Arbeitsbedingungen/Arbeitsplatzes hat m.E. eine viel größere Überzeugungskraft für die Abschaffung des Geldes als das Argument „wir können ohne Vorbereitung sofort anfangen“.
    Ganz abgesehen davon, würden bei meinem Modell die oben aufgeführten Widerstände entkräftet.
    -a) es ist nichts umsonst, jede*r (auch die heutigen Reichen) muss dafür was tun
    b) durch das vorher transparent erstellte Netzwerk hat jede*r die Sicherheit, dass es zu keinen Versorgungslücken oder Chaos kommt.
    c) fast jede*r hat Lust jenseits seinem/ihren Beruf mal was anderes zu machen
    d) jede*r nach seinen/ihren Bedürfnissen, jede*r nach seinen ihren Fähigkeiten – mehr Gerechtigkeit geht nicht
    Der übliche Einwand an dieser Stelle: Was ist mit der Drecksarbeit, die keine*r machen will? – 3 Lösungen:
    a) Rotationsprinzip: alle müssen mal für ein paar Stunden ran
    b) Belohnung: 2 h entfremdete Arbeit zählen wie 1 h selbstbestimmte Tätigkeit
    c) Roboter/KI übernehmen diese Arbeit

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