Die Beendigung des Kapitalismus

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Thesen

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Was ist überhaupt Kapitalismus?

Der Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem, das auf dem privaten Besitz der Produktionsmittel basiert und auf Profit ausgerichtet ist. Im Kapitalismus werden Produktionsmittel wie Fabriken, Land und Maschinen von Privatpersonen oder Unternehmen kontrolliert und genutzt, um Waren und Dienstleistungen herzustellen.

Ein zentraler Aspekt des Kapitalismus ist der freie Markt, auf dem Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen. Die Idee dahinter ist, dass der Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern Effizienz und Innovation fördert, was letztendlich zu größerem Wohlstand für die Gesellschaft führen soll.

Solange es jedoch Kapitalismus gibt,
wird es immer Verlierer geben.

Ressourcen werden nach den Prinzipien des Eigeninteresses und der Rentabilität verteilt, nicht nach den Bedürfnissen der Menschen.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst auch bei uns in Deutschland angekommen. Dennoch werden wir im nächsten Jahr weltweit mehr Kohlendioxid ausstoßen als in diesem Jahr, weil die Wirtschaft wächst.

Haben wir den Verstand verloren oder ist uns dieses kapitalistische Wirtschaftssystem, bestehend aus Weltwirtschaft und internationalem Finanzkapital, aus der Hand geglitten?

Warum gibt es überhaupt Kapitalismus ?

Vor dem Kapitalismus gab es die Zunftwirtschaft. Das war eine Art Planwirtschaft, in der die Zünfte bestimmten, was und wie viel produziert werden durfte. Ein Mann namens Adam Smith hatte die Nase voll von dieser Art Diktat und träumte vom „Wohlstand der Nationen”. Er schlug vor, dass jeder Unternehmer produzieren sollte, was und wie viel er wollte, und so Wettbewerb und freien Markt schuf.

Der Nachteil jedes Wettbewerbs ist, dass es wenige Gewinner und viele Verlierer gibt. Dennoch sollten wir Adam Smith danken, denn dieser Wettbewerb hat uns letztlich auf das heutige Niveau von Wissenschaft und Technologie katapultiert.

Nun müssen diese Errungenschaften
gerecht verteilt werden.

Wettbewerb ist dafür natürlich völlig ungeeignet. Es geht nicht darum, dass die Stärksten und Schnellsten am meisten vom Tisch bekommen, sondern darum, dass alle etwas bekommen.

Der Kapitalismus hat seinen Zweck erfüllt und muss nun beendet werden.

Wie geht es weiter mit dem Wachstum?

Das Grundprinzip des Kapitalismus ist also Wachstum. Und die Folgen ungehinderten Wachstums sind Klimawandel und Kriege um schwindende Ressourcen.

Die sichersten Quellen für zukünftiges Wachstum sind klimabedingte Umweltkatastrophen und Kriege, weil dort etwas zerstört wird, was wieder aufgebaut werden muss. Es ist wie beim „Wirtschaftswunder“ nach dem 2. Weltkrieg. Alles, wobei Geld ausgegeben wird, steigert das Wirtschaftswachstum.

Deshalb wird der Kapitalismus nichts wirksames gegen diese Katastrophen unternehmen.
Das alleine ist schon Grund genug, den Kapitalismus zu beenden.

Was nicht geht:

  • Wirtschaft nachhaltig machen
  • Finanzsystem reformieren

Warum?
Weil sich Wirtschaft und Finanzsystem gegenseitig optimieren. Das kapitalistische System erlaubt keinen Eingriff in dieses System. Die Wirtschaft findet durch die Globalisierung immer ein Schlupfloch, ein Paradebeispiel gibt es hier.

Aus allen großen Wirtschaftskrisen ist das kapitalistische System gestärkt hervorgegangen.

Wir wissen seit mindestens 50 Jahren, dass das Wirtschaftswachstum unsere Lebensgrundlagen zerstört aber das Wachstum geht ungehindert weiter, obwohl es viele gute Ideen gibt. Seitdem warten wir auf konventionelle Lösungen zur Beendigung dieses Wachstums.

Die Zeit drängt wirklich, deshalb muss jetzt eine unkonventionelle Lösung her.

Wer ist Schuld an den globalen Problemen?
Wirtschaft oder Finanzsystem?

Die heutigen Wirtschaftskrisen werden durch das internationale Finanzkapital verursacht. Wenn nämlich die Wirtschaft schrumpft und die Finanzdienste nicht mehr ausreichend erfüllen kann, dann drehen die Banken den Geldhahn zu und die Wirtschaft kollabiert.

Deshalb müssen wir schnellstmöglich das Finanzsystem von der Wirtschaft abkoppeln. Sonst ist es nicht möglich, das Wachstum zu drosseln.

Der beste Weg ist Revolution?

Unter Revolution können sich die meisten von uns etwas vorstellen. Es gab ja schon einige. Bei der großen sozialistischen Oktoberrevolution haben die Arbeiterinnen und Arbeiter die Wirtschaft übernommen und die Kapitalisten wurden enteignet.

So etwa würden es viele Menschen wieder tun, um den Kapitalismus zu zerschlagen.

Aber hatten wir nicht gesagt, dass das Finanzsystem das eigentliche Problem darstellt?
Sollten wir nicht lieber gezielt gegen das Finanzsystem vorgehen oder zumindest die Wirtschaft von der Klammer des Finanzsystems befreien? Der Begriff „Abkoppelung“ ist ja bei unseren Wirtschftspropheten sehr beliebt, also lasst uns doch das Finanzsystem einfach von der Wirtschaft „abkoppeln“.

Aber alle Programme zur Überwindung des Kapitalismus haben bei der eigentlichen Revolution nicht das internationale Finanzkapital im Visier sondern sie richten sich gegen die Person des Kapitalisten und gegen die Wirtschaft, die zerschlagen werden soll.

Die Lösung

Wie sollen wir denn
gegen das Finanzsystem vorgehen?

Stell dir vor, es gelingt allen linken Bewegungen, allen Klimainitiativen und allen Gewerkschaften, einen weltweiten Generalstreik zu organisieren. Und jetzt stell dir vor, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter nicht die Arbeit nieder legen um die Wirtschaft und die Kapitalisten in die Knie zu zwingen sondern sie arbeiten weiter, aber freiwillig, ohne Lohn.

Genau dies würde in die richtige Richtung gehen und dem internationalen Finanzkapital das Rückgrat nehmen.

Einen weltweiten Generalstreik können wir uns ohne weiteres vorstellen und wir können uns auch vorstellen, dass die Menschen in der Wirtschaft ohne Lohn arbeiten. Immerhin arbeiten bereits heute weltweit ungefähr 40 Prozent aller Menschen ohne Lohn, hauptsächlich im Care-Bereich und bei der Reproduktion. Die ganze Zivilgesellschaft funktioniert so.

Nach Karl Marx entsteht der (finanzielle) Wert einer Ware durch die Arbeit. Wenn jedoch alle Arbeit auf der Welt freiwillig geleistet wird, dann entstehen keine Kosten und die Waren erhalten überhaupt keinen finanziellen Wert.

Alle Rohstoffe und alle Energie bekommen wir ja schließlich kostenlos von der Erde und der Sonne. Read More

Wenn keine Kosten und keine finanziellen Werte entstehen, dann können selbstverständlich alle produzierten Waren und alle Dienstleistungen auch kostenlos abgegeben werden.
Im Gegenzug bedeutet das, dass niemand Geld oder Lohn braucht, um alle benötigten Waren und Dienstleistungen zu bekommen.

Das Finanzsystem ist dann überflüssig und wird sich einfach auflösen.

  • Nie wieder Angst vor Arbeitslosigkeit!
  • Jeder Mensch hat ungehinderten Zugang zu allem Lebensnotwendigen

Es gibt freilich auch kein Kapital mehr. Das ist deshalb das Ende des Kapitalismus.

Niemand verdient mehr an der Herstellung und am Handel mit Waffen, das ist das Ende aller Kriege.

Die Ursachen des Klimawandels sind weg!

Wenn es kein Finanzsystem mehr gibt, das Druck auf die Wirtschaft ausübt, dann kann die Wirtschaft nach Belieben schrumpfen. Das ist auch die Voraussetzung für eine komplette Kreislaufwirtschaft. Es gibt ja keinen Lohn mehr, deshalb spielt es keine Rolle, wie viel Zeit für die Produktion und die Demontage einer Ware aufgewendet wird.

Wenn alle Waren und Dienstleistungen verschenkt werden, dann hat niemand Interesse daran, mehr zu verschenken als unbedingt nötig. Deshalb gibt es keine Werbung und keine Rabattaktionen mehr und die Produkte werden wieder viel länger halten. Dadurch wird viel weniger produziert. Wenn nur die Hälfte produziert wird, dann brauchen wir nur die Hälfte an Energie und Ressourcen, es entsteht nur halb so viel CO2. Die langfristigen Klimaziele sind somit sofort erreicht und der Neokolonialismus hat ein Ende.

Die Überwindung des Eigentums

Ein wichtiger Punkt bei einer Revolution ist das Eigentum. Am besten wäre, wenn es später gar kein Eigentum gibt. Aber bei den vorangegangenen Revolutionen und bei den bekannten Programmen für eine zukünftige Revolution gibt es einen Eigentümerwechsel. Das Privateigentum soll zu Volkseigentum werden aber es bleibt trotzdem Eigentum. Dies birgt immer die Gefahr für die Entstehung bürokratisch-kapitalistischer Systeme, wie sie in den Ländern des real existierenden Sozialismus entstanden sind. Der Eigentümerwechsel nach dem Fall der Mauer konnte ebenfalls ganz einfach vollzogen werden.

Was passiert aber beim hier vorgestellten Programm?

Die Abschaffung des Finanzsystems führt ja letztendlich zur Abschaffung des Geldes. Wenn es kein Geld gibt, dann gibt es auch keinen Profit. Demzufolge ist das Eigentum, also das Werkzeug, mit dem Profit erzeugt wird, unbrauchbar.

Die Eigentümer sind aber trotzdem für den Erhalt ihres Eigentums verantwortlich. Um sich dieser Verantwortung zu entledigen, werden sie das Eigentum freigeben. Es steht dann wieder allen Menschen frei zur Verfügung, so wie es ja auch bis vor ungefähr zehntausend Jahren der Fall war.

Der große Vorteil wäre, dass niemandem etwas weggenommen werden muss, diese Art der Abschaffung des Kapitalismus könnte demzufolge vollkommen friedlich verlaufen.

Das Ende der Ausbeutung der Frauen

Wenn es keinen Unterschied mehr gibt zwischen bezahlter Arbeit in der Produktion und unbezahlter Arbeit in der Reproduktion (die oft von Frauen ausgeführt wird), sind beide automatisch gleichgestellt. Dadurch wird auch das Problem der Geschlechterungerechtigkeit allmählich von ganz alleine verschwinden.

Echte Basisdemokratie

Heute ist es so, dass die parlamentarische Demokratie dazu da ist, dass das Parlament um Geld kämpft, damit die Versprechen erfüllt werden können, die den Wählern gemacht wurden.

Wenn sich das Finanzsystem aufgelöst hat, dann entscheiden die Menschen in den Wohngemeinschaften direkt darüber, welche erforderlichen Aufgaben realisiert werden.

Was wird aus der Arbeit?

Heute arbeiten die Menschen, um Geld zu verdienen. Read More

Risiken

Die erste Frage heute war:
„Kann das überhaupt etwas werden?
Werden nicht die Unternehmer die Waren trotzdem verkaufen, auch wenn alle Belegschaften freiwillig arbeiten?

Diese Frage gilt nicht, wenn wir den Kapitalismus beenden wollen. Auch die Unternehmer haben Interesse daran, sich dem Finanzsystem zu entziehen, weil sie unter dem Druck des Wettbewerbes stehen und der Wettbewerb immer härter wird.

Außerdem werden wir diese Maßnahme vorher ankündigen, damit jeder Mensch die Möglichkeit hat, deren Logik zu begreifen.

Im Ernstfall wird der weltweite Generalstreik eben mit der Arbeitsniederlegung weitergeführt.

Dann steht die Entscheidung: Ein kooperatives Miteinander zum Wohle der Erde und die Sicherung unserer Zukunft
oder die Beschleunigung hin zum Kollaps.

Welche Entscheidung werden die Menschen treffen?

Niemand wird mehr arbeiten, wenn er kein Geld bekommt

Die meisten Menschen sagen, dass die Menschen von Natur aus schlecht wären.Read More

Chaos, Mord und Totschlag?

Es wird kein Chaos geben, denn zunächst gibt es keinen Unterschied zu vorher. Read More

Was passiert, wenn niemand mehr Steuern bezahlt?

Alle Menschen, die heute aus den Steuereinnahmen bezahlt werden wie Lehrer:Innen, Polizist:Innen (wird es viel weniger geben, weil Eigentumsdelikte nahezu wegfallen), Ärzt:Innen, Förster:Innen und viele andere, sind automatisch versorgt und können einfach ihrer Tätigkeit nachgehen. 

Was wird mit dem Fortschritt?

Das meist geführte Argument für Wettbewerb und Markt ist der Fortschritt.Read More

Müllabfuhr – wer macht das noch?

Eine sehr häufige Frage ist die, was mit den unangenehmen Tätigkeiten passiert.Read More

Diskussionsbedarf?

Ich diskutiere gerne mit euch über dieses neue Konzept. Bitte schreibt mir eine Email, wenn ihr Gesprächsbedarf habt.

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Berlin, den 04. Juni 2024

Eberhard Licht

Dies ist meine persönliche Homepage und meine persönliche Meinung.

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