Charaktere:
Maya: Eine junge Frau aus Indien, technikaffin, pragmatisch und idealistisch.
Elena: Eine ältere Frau aus Deutschland, erfahrene Aktivistin, mit einem feinen Sinn für Humor.
Carlos: Ein junger Mann aus Lateinamerika, Unternehmer, der an gesellschaftlichen Wandel glaubt, aber in Widersprüchen steckt.
Max: Ein älterer Mann aus den USA, ehemaliger Finanzanalyst, weise und kritisch.
1. KAPITEL: DER STURM ZIEHT AUF
Die Szene beginnt auf einer Terrasse mit Blick auf eine lebhafte Stadt. Es ist ein heißer Sommertag.
Maya (blickt seufzend auf die Stadt):
„Es fühlt sich an, als würde die Welt auseinanderbrechen. Alles dreht sich nur noch um Profit, während viele Menschen immer noch um ihr Überleben kämpfen müssen und die Natur immer stärker unter Druck gerät.“
Carlos (grinst):
„Stimmt, aber solange die Börsenkurse steigen, interessiert das doch niemanden, oder? Und wenn die Ozeane leergefischt sind, dann hatten wir immerhin einmal Sushi.“
Elena (ruhig):
„Genau das ist ja das Problem. Wir wissen längst, dass grenzenloses Wirtschaftswachstum unsere Lebensgrundlagen zerstört – und trotzdem machen wir weiter.“
Max (nickt langsam):
„Vielleicht, weil wir glauben, dass wir keine andere Wahl haben. Die Politiker und Ökonomen sagen, dass alles zusammenbricht, wenn das Wachstum aufhört und die meisten Menschen glauben es.“
Maya:
„Aber das stimmt doch gar nicht. Die Wirtschaft produziert längst viel mehr als wir wirklich brauchen. Warum kämpfen wir dann immer noch ums Überleben?“
2. EINE REVOLUTION, DIE SCHON LANGE LÄUFT
Elena (lehnt sich zurück):
„Wenn man es historisch betrachtet, leben wir mitten in einer Entwicklung, die vor etwa zehntausend Jahren begonnen hat.“
Carlos (überrascht):
„So weit zurück?“
Elena:
„So weit ist das gar nicht. Bereits vor zweihundert Tausend Jahren sahen die Menschen schon so aus wie wir heute. Aber in diesen kurzen letzten fünf Prozent der Menschheitsgeschichte veränderte sich alles. “
Carlos:
„Klar, du hast Recht. Bis dahin lebten die Menschen von der Hand in den Mund als Jäger und Sammler und auf einmal schien es, als begänne das Leben sicher zu werden.“
Maya:
„Ja. weil zum ersten Mal mehr produziert wurde, als zum Überleben nötig war. Damals im Zweistromland, in Mesopotamien.”
Carlos:
“Das war aber auch der Anfang von Eigentum, Löhnen und Märkten. Und damit auch der Anfang von Ungleichheit. Einige nahmen sich die Überschüsse der Ernten und lagerten sie in ihren Scheunen, andere mussten für Lohn arbeiten.“
Max:
„Aber seitdem hat sich das System ja auch immer weiterentwickelt, lange Zeit ganz langsam, bis dann nach dem Mittelalter der Wettbewerb entstand, der zur Industrialisierung und dem heutigen Wohlstand für viele Menschen führte.“
Maya (zweifelnd):
„Und heute leben wir nicht mehr von der Hand in den Mund? Sicher, den meisten Menschen geht es gut und es gibt so viel Reichtum wie noch niemals. Aber immer mehr Menschen leben sogar hier bei uns am Rand der Armutsgrenze.“
Elena:
„Eigentlich könnten wir heute alle gut leben. Schau, wie viel Überschuss wir produzieren. Aber irgendwie sind wir immer noch in diesem alten Mechanismus gefangen: produzieren, verkaufen, kaufen und wachsen.“
3. DAS EIGENTLICHE PROBLEM: DER MARKTZWANG
Carlos:
„Aber niemand weiß, was wir ändern sollen. Alle Parteien wollen mehr Wirtschaftswachstum obwohl wir seit 50 Jahren wissen, dass dieses Wachstum unsere Zukunft gefährdet. Haben wir nicht bereits einige globale Grenzen überschritten?”
Max: (mit erhobenem Zeigefinger)
“Und der Internationale Währungsfond sagt ein weiteres Wachstum von einem Viertel für die nächsten fünf Jahre voraus.“
Maya:
„Leider sieht kaum jemand, dass der Markt das Problem ist. Er hat uns ja schließlich zum heutigen Wohlstand geführt. Aber solange wir kaufen müssen, brauchen wir Löhne. Und schon wären wir wieder beim Wirtschaftswachstum.“
Elena:
„Das ist der Kern: Löhne, Gewinne und Preise hängen zusammen. Wenn Löhne steigen sollen, muss mehr verkauft werden.“
Carlos:
„Das kann ich als Unternehmer selbst bestätigen. Wie soll ich höhere Löhne bezahlen, wenn nicht genug Geld hereinkommt! Und die Autoindustrie, die Stütze der gesamten Wirtschaft, verkauft immer weniger Autos.”
Max:
„Und genau deshalb greifen wir sogar auf absurde Dinge zurück – wie die Rüstungsindustrie. Dafür muss man nur ein Feindbild schaffen, dann fließen die Milliarden.“
Maya:
„Ja, und unberechenbare Präsidenten sorgen dafür, dass wir auf einem Pulverfass sitzen, welches jeden Moment explodieren kann.“
4. EINE RADIKALE, ABER EINFACHE IDEE
Elena:
„Was wäre, wenn wir diesen Mechanismus einfach beenden?“
Carlos (skeptisch):
„Wie denn bitte?“
Max:
„Indem wir das zentrale Element entfernen: den Preis. Lasst uns doch einfach einmal brainstormen. Wie sollen wir denn sonst zu neuen Lösungen kommen?“
Carlos:
„Produkte ohne Preise?“
Maya (lächelt):
„Warum nicht? Preise braucht man für den Markt. Aber wir könnten heute direkt bei den Produzenten bestellen – genau das, was wir wirklich brauchen.“
Elena:
„Eigentlich hast du Recht. Das Internet macht das heute möglich. Früher brauchten wir Märkte, um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Die Preise dienten zum Informationsaustausch zwischen Käufer und Verkäufer. Heute könnten wir uns über das Netz direkt mit dem Produzenten verbinden und ihm genau sagen, was wir brauchen.“
Max:
„Und ohne Preise bräuchte es auch keine Löhne mehr. Denn warum sollten wir bezahlt werden, wenn alles frei verfügbar ist?“
Maya (euphorisch):
„Wooow, dann wäre ja sogar das Problem der steigenden Löhne gelöst – die wären überhaupt nicht mehr erforderlich und damit müsste es auch kein Wirtschaftswachstum mehr geben!“
5. DIE LOGIK DER KOSTENLOSIGKEIT
Carlos: (nachdenklich):
„Moment… wenn alles kostenlos ist, dann…“
Maya:
„Ja, dann brauchen auch die Eigentümer der Ölquellen, der Bergwerke und der landwirtschaftlichen Flächen ihre Profite überhaupt nicht mehr und es wäre ihnen ganz egal, wenn alle Menschen die Rohstoffe kostenlos nutzen würden.“
Carlos:
“Aber wie meinst du das: brauchen sie nicht mehr….”
Maya:
„Nun, wie sollten diese Eigentümer denn etwas kaufen, wenn es nur noch Geschenke gäbe? Es gäbe einfach nichts mehr zu kaufen, sondern sie bekommen alles gratis.”
Elena:
„Ja, bitte denkt nur einmal daran, die Rohstoffe waren in Wirklichkeit nie kostenpflichtig – die Natur verlangt überhaupt kein Geld.“
Max:
„Und wenn dann bei der Produktion ebenfalls keine Kosten entstehen, weil keine Löhne bezahlt werden müssen, dann sind die Endprodukte tatsächlich kostenlos, so wie du es vorhin beschrieben hast, liebe Elena.“
Carlos (langsam nickend):
„Das würde ja wirklich alles verändern…“
6. EIN VORBILD, DAS WIR SCHON KENNEN
Maya:
„Wenn ich es mir recht überlege – eigentlich kennen wir doch dieses Prinzip längst.“
Carlos:
„So? Woher denn? Was meinst du damit?“
Maya:
„Von der Familie. Manche nennen es auch den Care-Bereich. Das ist alles, was dafür sorgt, dass das wirkliche Leben weitergeht und dass am nächsten Tag wieder gearbeitet werden kann. In diesem privaten Bereich wird auch nicht abgerechnet. Es wird einfach getan, was nötig ist.“
Elena:
Der Care-Bereich. Natürlich. Dieser Bereich macht global gesehen genau so einen großen Teil aus wie die Produktion – nur taucht er in keiner Statistik auf, weil dort eben nicht mit Preisen gehandelt wird.“
Maya:
„Ja, genau. Sonst müssten ja die Familienmitglieder oder die Freunde etwas für das Mittagessen bezahlen, das in allen Familien auf der ganzen Welt täglich auf den Tischen steht.“
Max:
„Und das funktioniert erstaunlich gut. Niemand würde auf die Idee kommen, aus Wettbewerbsgründen doppelt so viel zu kochen und dann die Hälfte wegzukippen.“
Carlos:
„Warum machen wir es in der Wirtschaft dann nicht genau so?“
7. BRICHT DANN NICHT ALLES ZUSAMMEN?
Carlos:
„Aber mal ehrlich: Würde die Produktion nach einer solchen Umstellung nicht sofort kollabieren?“
Max:
„Also, wenn ich darüber nachdenke… im ersten Moment müsste sich doch in der Produktion kaum etwas ändern. Um ehrlich zu sein, wir könnten ja die Produktion überhaupt nicht ändern, das System würde sich sofort dagegen wehren und es nicht zulassen.“
Elena:
„Natürlich, die vertrauten Geschäftsbeziehungen gehen ganz normal weiter. Technisch ändert sich überhaupt nichts. Die Fabriken produzieren weiter. Nur ohne Rechnungen.“
Maya:
„Und wir merken es eigentlich nur daran, dass wir am Tage der weltweiten Umstellung nichts mehr bezahlen müssen. Nicht nur an diesem Tag sondern von da an bekommen wir immer alles gratis! Jeder Tag ist dann ein Fest der Geschenke!“
Elena:
„Ich wage mir diesen weltweiten Freudentaumel der Freiheit und des Schenkens überhaupt nicht vorzustellen.“
8. DIE FOLGEN DER UMSTELLUNG
Max:
Aber in den Tagen danach würde etwas Entscheidendes passieren: Es wird nur noch das produziert, was wirklich gebraucht wird. Oder gäbe es vielleicht jemanden, der mehr verschenken würde als nötig?“
Maya:
„Und plötzlich wäre Zeit kein Kostenfaktor mehr. Produkte könnten langlebig und vollständig recycelbar entwickelt und produziert werden, egal wie lange es dauert.“
Carlos:
„Viele Arbeiten könnten automatisiert werden und kein Mensch würde es verhindern wollen, weil es keine Angst vor Arbeitslosigkeit mehr gibt. Wahrscheinlich würden hauptsächlich schwere, eintönige und gefährliche Arbeitsschritte ganz schnell durch Roboter ersetzt werden.“
Elena:
“Ich könnte mir vorstellen, dass viele Autofabriken auf den Bau von Robotern umgestellt werden könnten. Die notwendigen Maschinen gibt es dort ja schon. Die Umstellung wäre wahrscheinlich recht einfach und würde schnell gehen.“
Carlos:
„Und die Arbeitszeit würde sinken…“
Elena:
„Weil weniger produziert wird.“
Maya:
„Ja! Gab es nicht schon in den neunziger Jahren ein Buch mit dem Titel “Die fünf Stunden Woche?“
9. WAS PASSIERT MIT EIGENTUM?
Elena:
„Und was passiert mit den Unternehmen? Müssen die nicht enteignet und vergesellschaftet werden?“
Max:
„Warum denn? Es geht doch nur um Löhne und Preise. Die verschwinden doch nicht, nur weil die Unternehmen nach einer Vergesellschaftung anderen Menschen gehören würden. Ich denke, das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.“
Maya:
„Aber ändert sich denn dann überhaupt etwas?“
Elena:
„Wenn ich es recht überlege – Eigentum wird wahrscheinlich überhaupt bedeutungslos. Heute verdienst du Geld mit Eigentum.”
Maya:
„Ja genau, mit Wohnungen, die du vermietest oder mit Gründstücken, auf denen Rohstoffe gefunden werden oder mit den Feldern, auf denen Getreide angebaut wird. Aber was ist, wenn du nichts mehr mit diesem Geld kaufen kannst?”
Max:
„Genau. Dann ist das Eigentum eigentlich wertlos.”
Carlos:
„Ich vermute mal, wenn du kein Geld mehr mit Eigentum verdienen kannst, aber noch dafür verantwortlich bist, willst du irgendwann, dass es einfach weg ist.”
Elena:
„Das klingt fast so, als würde das Eigentum irgendwann von ganz alleine wieder zu Allmende werden können, also gar niemandem mehr gehören. So, wie es die ganze Menschheitsgeschichte hindurch war, bevor in Mesopotamien zum ersten Mal Eigentum entstanden ist.”
10. WIRD DANN NICHT ALLES GEPLÜNDERT?
Maya:
Wenn es keine Preise mehr gibt, werde ich mir dann jeden Tag ein neues Kleid von Prada holen und jeden Abend in Champagner baden!”
Carlos (grinst):
„Du spinnst ja. Wir haben uns doch längst an diese Situation gewöhnt. Gibt es jemanden, der keine Flatrate nutzt? Netflix oder das Deutschland-Ticket? Aber Niemand schaut rund um die Uhr Serien auf Netflix. Niemand fährt den ganzen Tag sinnlos mit dem Zug durch die Gegend, nur um alles auszunutzen, was geht.“
Elena (lacht):
„Warum wohl? Weil wir kein Interesse daran haben, unsere Zeit mit sinnlosem Konsum zu verschwenden. Wir haben ja dann die Möglichkeit, die Zeit viel sinnvoller zu nutzen.“
Maya:
„Na klar. Ihr habt recht. Wenn Werbung und Preisdruck wegfallen, passiert eher das Gegenteil: Wir nehmen weniger, aber bewusster.“
Max:
„Ich erinnere mich noch an den ersten Lockdown im März 2020. Wir hatten unglaubliche Angst davor, was passiert, wenn die Wirtschaft stillgelegt wird. Aber es wurden keine Geschäfte geplündert, so wie es in vielen dystopischen Filmen gezeigt wird.“
Elena:
„Nein, wir haben wirklich feststellen können, dass die Menschen in dieser Krisensituation fest zusammengehalten haben. Wie wird es dann erst sein, wenn wir uns sicher versorgt fühlen?”
11. DAS ENDE DER KNAPPHEIT
Max:
„Brauchen wir nicht die Preise, um Knappheit zu regeln? Wenn etwas knapp ist, dann ist es auch teuer und weniger Menschen können es sich leisten.“
Carlos:
„Du meinst, wenn etwas knapp ist, dann ist es besonders begehrenswert?“
Maya:
„Ein großer Teil der Knappheit wird heute künstlich erzeugt, gerade um die Preise hoch zu halten. Gerade auch bei Luxusartikeln oder bei Spekulationen. Oft können nur die Reichen diese Preise bezahlen.“
Max:
“Aber schau mal, wenn es überhaupt keine Preise mehr gibt und alle Menschen bedingungslos versorgt sind, dann ist eigentlich nichts mehr spürbar knapp. Nicht weil es unendlich viel vorhanden ist, sondern einfach deshalb, weil es die Menschen nicht mehr unbedingt haben wollen. Das muss ein wirkliches Gefühl von Freiheit sein.”
Maya:
„Knappheit bedeutet auch Gefahr. Wir merken heute schon, dass Rohstoffe knapp werden. Es gibt bereits Kriege um Rohstoffe. Um das Öl im Iran oder die Bodenschätze im Donbas. Und durch das Wirtschaftswachstum nehmen die Rohstoffe immer schneller ab.“
Carlos:
„Diese Art der Knappheit wird ja dann verschwinden, wenn die Produkte wirklich recyclingfähig konstruiert und produziert werden. Dann werden wir kaum noch neue Rohstoffe brauchen. Das ist aber nur möglich, weil dann die Arbeit nichts mehr kostet.“
Elena:
Da sprichst du einen guten Punkt an. Wenn Arbeit nicht mehr zum Gelderwerb dienen muss, könnte sie ihre Bedeutung vollkommen verändern – sie wird Ausdruck von Kreativität und Beitrag zur Gemeinschaft. Nach kurzer Zeit hat wahrscheinlich jeder Mensch die Möglichkeit, das zu tun, was er am besten kann.“
Max:
„Und wenn niemand mehr aus Zwang arbeiten muss, dann wird auch der Wert der Arbeit ganz anders geschätzt. Die Motivation kommt dann aus der Freude an der Tätigkeit selbst. Dann müssen wir nicht mehr arbeiten, sondern wir wollen arbeiten.“
Maya: (begeistert):
„Ja, wenn ich nicht irgendetwas arbeiten muss, nur um Geld zu verdienen, dann kann ich mir eine Tätigkeit suchen, die mir wirklich Spaß macht und auf die ich mich jeden Abend freue. Vor allem, wenn wir nur noch zwei oder drei Tage pro Woche arbeiten müssen.“
Carlos:
„Überleg mal – die Menschen könnten sogar ihren Leidenschaften nachgehen. Diejenigen, die gerne backen, würden auch mal um vier Uhr früh‘s aufstehen, um leckere Brötchen und Croissants zu machen und anzubieten. Ich kenne sogar jemanden, dem es die größte Freude wäre, auf einem Bagger zu sitzen!“
Maya: (leicht skeptisch):
„Aber was wird dann aus Fortschritt und Innovation?“
Max: (überzeugt):
“Innovation wird zwar auch durch Wettbewerb angetrieben, doch ursprünglich durch die Neugier und den Wunsch, die Welt zu verbessern. In einer solchen Gesellschaft würden Fortschritte in Wissenschaft und Technik auf echte Bedürfnisse abzielen, statt Produkte auf den Markt zu werfen, nur um sie verkaufen zu können.“
12. WIE KANN DAS REAL WERDEN?
Carlos:
„Aber wie kommen wir da hin? Viele Menschen denken, dass die heutige Form des Kapitalismus die höchste Form des Lebens überhaupt ist. Die wenigsten wollen eine wirkliche Veränderung“
Maya:
„Vor ein paar Jahren, als die Fridays for Future-Bewegung anfing, da wollten schon viele Menschen eine wirkliche Veränderung. Leider hat die Corona-Pandemie diese Euphorie kaputt gemacht. Und jetzt diese ganzen Kriege.“
Elena:
„Ich habe die Hoffnung, dass sich die Menschen schon bald wieder der Gefahr für unsere Zukunft bewusst werden. Dann wäre es sehr nützlich, wenn es einen Plan gäbe.“
Max:
„Es könnte ein Drei-Stufen-Plan sein. Wir müssen unbedingt damit beginnen, über die eigentlichen Möglichkeiten der weltweiten Vernetzung zu diskutieren. Das Internet kann ja nicht ewig nur dazu dienen, Herrn Bezos und ein paar andere sagenhaft reich zu machen oder originelle Reels zu posten.”
Elena:
„Genau, das Internet könnte die Versorgung aller Menschen weltweit koordinieren aber dafür müssen wir darüber diskutieren, wie wir die Preise weltweit und mit einem Male verschwinden lassen.“
Maya:
„Ja. Als zweites muss der heutige Krisenzustand anerkannt werden und dann müssen sich Unternehmer:Innen und Beschäftigte an einen Tisch setzen. Die Verhandlungsbasis wäre, sowohl die Gewinne auf der einen Seite als auch die Lohnbuchhaltung auf der anderen Seite zu beenden. “
Carlos (staunt):
„Das ist… erstaunlich einfach.“
Maya:
„Und drittens: wenn keine Einigung erzielt werden kann, dann muss gesellschaftlicher Druck ausgeübt werden. Ein global koordinierter Generalstreik wäre dann das Mittel der Wahl.“
Elena:
„Wenn wir es erst einmal schaffen, weltweit darüber zu diskutieren – wer sollte es nicht einsehen, dass es keine andere Möglichkeit gibt und das heute tatsächlich die Voraussetzungen vorhanden sind.
Max:
„Es wäre das Ende des zerstörerischen Wachstums und der Verschwendung und dafür würde die Wirtschaft wirkliche Freiheit erhalten, ihre eigentliche Aufgabe zu erfüllen – die optimale Sorge für alle Menschen.“
EPILOG: DER LETZTE SCHRITT
Maya: (blickt in die untergehende Sonne):
„Vielleicht stehen wir nicht vor dem Ende der Welt… sondern vor der letzten Phase einer Revolution der Menschheit.“
Elena:
„Genau, ein Schritt, der eigentlich schon lange vorbereitet und bereits überfällig ist.“
Carlos:
„Und der alles friedlich verändern würde, ohne etwas zu zerstören, ohne jemandem etwas wegnehmen zu müssen.“
Maya (lächelt):
„Ja, weil wir längst genug haben.“
Max (hebt sein Glas):
„Und weil wir nur aufhören müssen, alles kaufen und verkaufen zu müssen.“
Alle stoßen an.
Maya:
„Auf die wirkliche Freiheit der Wirtschaft, einer Wirtschaft der Sorge für alle Menschen.“