Wir Menschen

Gier und Neid gehören zu den negativsten Eigenschaften des Menschen. Gier ist, möglichst viel kaufen zu können und Neid ist, auch das haben zu wollen, was der Nachbar hat. Diese beiden Eigenschaften sind die Grundpfeiler der Marktwirtschaft, die ohne sie nicht funktionieren würde. Das System wird deshalb alles daran setzen, diese beiden Eigenschaften zu fördern. Gier und Neid sind das Öl im Getriebe des Marktes.

Die eigentliche Basis der Marktwirtschaft ist das Konkurrenzdenken. Da es der Hilfsbereitschaft entgegengesetzt ist, wird das System naturgemäß die Hilfsbereitschaft strikt bekämpfen, auch wenn offiziell gegenteiliges behauptet wird. Man nennt es beschönigend Wettbewerb. Aber im Wettbewerb ist es tödlich, Konkurrenten zu helfen. Dieser Gedanke setzt sich bis in unseren Alltag hinein fort. Wir sehen, dass etwas zu tun ist und wir könnten es ganz leicht erledigen aber wir sagen uns, dafür werden andere bezahlt.

Um im System der Marktwirtschaft leben zu können, muss man sich mit diesen Tatsachen arrangieren. Leider führt das dazu, dass wir denken, die Menschen wären naturgemäß so veranlagt. Aber so ist es nicht. Unsere guten Eigenschaften schlummern in uns, bereit, sich entfalten zu können.

Ich selbst bin ein gutes Beispiel.

Noch vor 10 Jahren war ich privater Unternehmer mit mehreren Angestellten. Mein größter Kunde war der Energieriese Vattenfall, für dessen Kohlekraftwerk Reuter West in Berlin mein Labor die Emissionsüberwachung durchführte. Darüber hinaus kämpfte ich mit Anwälten, um ein Patent durchzusetzen, mit dessen Hilfe ich viel Geld verdienen wollte, indem mit Informationen aus dem Mautsystem LKW-Ströme auf Bahntransporte umgeleitet werden sollten.

Diese Unternehmungen gab ich auf, als ich merkte, dass meine Kinder mehr Zeit und Aufmerksamkeit brauchten. Aber Gedanken, über die Art und Weise wie wir leben, machte ich mir erst nach der Begegnung mit Aborigines in Australien, die noch heute an ihrer Lebensweise festhalten, die sie seit unvorstellbar langer Zeit pflegen, im Einklang mit der Natur und der Erde zu leben, und die sich nicht an die leichtfertige Lebensweise unserer Wegwerfkultur anpassen.

Wenn wir ins Kino gehen oder uns einen Netflix-Film anschauen, was wünschen wir uns? Ein Happy End oder ein Bad End? Wer soll gewinnen – die Guten oder die Bösen?

So sind wir im innersten. Deshalb wird eine Gesellschaft, die auf Freiwilligkeit basiert, besser funktionieren als eine Gesellschaft, die auf Geld basiert.

Warum?         Wie?         Was wird passieren?     Die dritte Alternative

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