Sieben Thesen zur Wirtschaft

  1. Die Wirtschaft ist keine natürliche Person
    Alle paar Wochen überschreiten wir einen Kipppunkt aber das Wachstum der Wirtschaft geht immer weiter. Gibt es vielleicht etwas, das wir übersehen haben?
    Warum denkt niemand darüber nach, warum diese Körperschaften der globalen Wirtschaft allesamt juristische Personen sind? Alle natürlichen Personen wie CEOs sind deren Angestellte und demzufolge diesen Institutionen zu Loyalität verpflichtet. Diese juristischen Institutionen haben naturgemäß keinerlei Beziehung zu intakter Ökologie, Klimaschutz, Erhalt der Arten etc. Ihr einziges Interesse ist Wachstum. Man kann sie nicht lenken, sie sind ja die „unsichtbare Hand des Marktes“. Das Problem der zunehmenden Ressourcenknappheit wird mit Hilfe von Kriegen gelöst, das dient in zweierlei Hinsicht ihren Interessen, sie wachsen sowohl mit dem Waffenverkauf als auch mit der Beseitigung der Kriegsschäden. 

    Der Beweis hierfür ist, dass die Menschheit seit 50 Jahren um die Grenzen des Wachstums weiß aber das Wachstum trotzdem ungehindert weiter geht. Menschen würden doch nicht den Ast absägen, auf dem sie sitzen! Sogar kombinierte Störungen wie lockdownbedingten Konsumeinbruch in Verbindung mit massiven Klimaprotesten können die Wirtschaftsinstitutionen nicht stören. Wenn wir die globalen Probleme beseitigen wollen, müssen wir die Grundlagen der Wirtschaft ändern. Wir müssen den Hebel bei Markt und Wettbewerb ansetzen.

  2. Wettbewerb bedeutet Ungleichheit
    Bei jedem Wettbewerb gibt es einen Gewinner und mehrere Verlierer. So wie beim Sport ist es auch in der Wirtschaft. Es ist unmöglich, die Ungleichheit zu beseitigen, solange Wirtschaft und Gesellschaft auf Wettbewerb basieren. Wettbewerb nutzt Ungleichheit. Es ist leider eine allgemein anerkannte Tatsache, dass heute oft unlautere Methoden eingesetzt werden, um den Wettbewerb zu gewinnen. Wenn es kein Geld für den Sieger gibt, wird Wettbewerb hinfällig.

  3. Markt ist ein Relikt aus der Vergangenheit
    Wir haben mit dem Internet ein Werkzeug in der Hand, das die intelligente Verknüpfung von Verkaufsregal (Bedarf) mit dem Produzenten ermöglicht. Der Markt ist deshalb überflüssig. Der Nachteil des Marktes besteht darin, dass das Geld und nicht der wirkliche Bedarf über die Verteilung der Güter bestimmt. Wer kein Geld hat, geht leer aus. Eine wirklich gerechte Verteilung der Güter kann nur stattfinden, wenn man sie verschenken kann, so wie wir Rohstoffe und Energie von der Natur geschenkt bekommen.

  4. Arbeit ist keine Handelsware
    Arbeit ist eine Eigenschaft, mit der sich der der Mensch von allen anderen Wesen unterscheidet. Nur der Mensch ist in der Lage, aus freien Stücken kreativ tätig zu sein und etwas nach seinen eigenen Vorstellungen zu erschaffen. Eine Eigenschaft kann man nicht verkaufen. Alleine wenn sich diese Gabe frei und ohne Zwang entfalten kann, wird sie zur Vollendung gelangen. Deshalb war die menschliche Entwicklung über 2 Mill. Jahre möglich. Nur wenn man das Geld von der Arbeit entkoppelt, lässt sich der Widerspruch zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit und somit auch das Genderproblem lösen.


  5. Stabilität der täglichen Versorgung
    Der Teil der Wirtschaft, der für die tägliche Versorgung zuständig ist, ist sehr stabil. Der erste Covid-19-Lockdown in 2020 war wie ein Stresstest für die Wirtschaft. Die gesamte Weltwirtschaft wurde gleichzeitig mit einer Sprung-Funktion beaufschlagt, als der Konsum schlagartig zurückging. Als Ergebnis dieses Tests waren Teile der Wirtschaft wie z.B. der Verkehrssektor nahezu stillgelegt aber bei der täglichen Versorgung gab es keine nennenswerten Störungen. Die Produktion der Waren des täglichen Bedarfs fand ungehindert statt und der Konsum verlief bis auf Ausnahmen reibungslos. Das ist darauf zurückzuführen, dass das tägliche Leben von Gewohnheiten geprägt ist. Die Entfernung des Geldes aus diesem Kreislauf würde deshalb nur minimale Auswirkungen haben. Dadurch ist die Abschaffung des Geldes jederzeit und ohne besondere Vorkehrungen möglich.

  6. Menschen sind nicht schlecht, sie unterliegen aber der Versuchung. Bis auf wenige (nicht klimarelevante) Ausnahmen stellt das Geld die Versuchung dar. Die Wirtschaft heuchelt uns vor, unser Leben zu verbessern. In Wirklichkeit dienen alle neu erfundenen Bedürfnisse nur dazu, das Wachstum zu sichern. Aber wir entfernen uns dadurch immer mehr von unserem eigenen ICH.

  7. Jubilee
    Der Schuldenerlass ist seit je her der Traum aller Menschen. Schon in der Bibel wird von Generalentschuldungen geschrieben, die alle sieben mal sieben Jahre stattfanden. Auch heute denken bekannte Wirtschaftswissenschaftler darüber nach aber anstatt Lösungen zu finden, werden Gründe gesucht, warum es nicht geht. Die weltweite Schuldensituation ist so kompliziert und unüberschaubar, dass die einzige Möglichkeit, um alle Schulden zu beseitigen, eine allgemeine und globale Abschaffung des Geldes ist. Die Abschaffung des Geldes wird niemandem schaden weil man danach kein Geld mehr braucht, um das zu bekommen, was man für ein gutes Leben braucht.
    Ein globales Referendum für ein Jubilee würde nicht in die Wirtschaft eingreifen, der Markt würde nichts dagegen unternehmen können. Sobald das Geld weg ist, könnte sich die Idee der ressourcenbasierten Wirtschaft von ganz alleine ungehindert entfalten.

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