Ruhe nach dem Sturm oder vor dem Sturm?

Wie ist es still geworden. Gleichzeitig mit dem Tempolimit von 130 auf 100 hier auf Niederlands Autobahnen hat sich auf der ganzen Welt das Leben verlangsamt. Wer hat nicht alles davon geträumt, dass es einmal so kommen soll? Nicht überlegen zu müssen, jede Sekunde des Tages sinnvoll auszufüllen. Sogar die Geschäfte hier in Utrecht haben die Türen, die normalerweise im Winter sperrangelweit offen stehen und die Wärme hinauslassen, geschlossen. Und am blauen Himmel über Holland sind keine Kondensstreifen zu sehen.

Es scheint, als würde dem Klima keine Gefahr mehr drohen. Die Wirtschaft produziert keine Autos mehr sondern nur noch das, was wirklich nötig ist. Was jetzt zählt, ist Solidarität. Solidarität mit der Risikogruppe der 70-Plusser und Übertragungskontakte soweit es geht vermeiden. Solidarität mit den Menschen, die die Gesundheitsversorgung und die Versorgung der Bürger am Laufen halten und Solidarität mit den Ländern, auf deren Kosten wir hier in den entwickelten Industriestaaten reich geworden sind und die jetzt wenig oder keine finanziellen Puffer haben.

Das Finanzwesen steht Kopf. Man spricht von Hilfen in Höhe von 800 Mrd. Euro, einem Vielfachen dessen, was bei der Finanzkrise 2008 in die Hand genommen wurde. Ich vermute, es gibt momentan niemanden, der einen Überblick darüber hat, was sich in den nächsten Monaten auf diesem Gebiet abspielen wird.

Wäre das nicht die Gelegenheit für einen allgemeinen Schuldenerlass? Seit biblischen Zeiten träumt die Menschheit von diesem Jubilee. Bestimmt würden 800 Mrd. Euro ausreichen, um alle Menschen der Welt schuldenfrei zu machen. Das Geld würde einem guten Zweck dienen und nicht in ominöse Kanäle verschwinden.

Wir könnten nach der Corona-Krise mit dem Aufbau einer neuen, von Vernunft geprägten, solidarischen Gesllschaft beginnen ohne im Zwang zu sein, die Wirtschaft innerhalb kurzer Zeit wieder auf Hochtouren zu bringen, um die krisenbedingt angewachsenen Schulden tilgen zu können. Und das Un-Wort „Klimakrise“ würde endlich aus dem Vokabular verschwinden.

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