Was bedeutet Präapokalyptisch?

Die Menschheit erzeugt so viel Energie, als würden stündlich 1000 Hiroshima-Atombomben explodieren. Immer. Jede Stunde des Jahres. Oder als würde täglich ein Meteorit von der Größe der Cheops-Pyramide einschlagen.

Bomben und Meteoriten hinterlassen Spuren, die man sieht. Energie hinterlässt die gleiche Menge an Spuren, allerdings sieht man diese Spuren nicht. Trotzdem sind und bleiben sie da.

Wenn sich nichts ändert wird der Weltenergiebedarf in den nächsten 15 Jahren weiter um ein Drittel steigen. Alle sprechen von Windkraft und Sonnenenergie, aber die machen gerade mal 2 % aus.

Das  Naturkundemuseum in Berlin zeigte einmal eine Multimediaprojektion, mit der man die Erdgeschichte im Zeitraum eines Tages dargestellt hat. Um null Uhr sah man einen glühenden Steinbrocken, nach der Entstehung der Einzeller um 15 Uhr haben sich ungefähr um 23 Uhr die Säugetiere herausgebildet. Der erste Homo Sapiens kam um 23:59 und 58 Sekunden zur Welt.

Die Entstehung der Kohle und des Erdöls hat 15 Minuten gedauert.

Diese gigantische Menge an fossilen Brennstoffen haben wir in den letzten Mikrosekunden des Tages innerhalb der Dauer eines Fotoblitzes in die Luft gejagt. Das soll ohne Wirkung bleiben?

Alle, außer ein paar verrückten Kindern und Wissenschaftlern sagen:  „Oh, man merkt doch gar nichts vom Klimawandel!“.
Aber warum merken wir denn nichts?

Legen Sie mal ihre Hand auf die Platte ihres Elektroherdes und schalten ein. Es fließt die volle Leistung aber was merken Sie? Nichts. Irgendwann wird es angenehm warm und kurz darauf lässt man schnell los. Nach einer halben Minute glüht die Platte.

Wir befinden uns auf unserer Erde gerade an dem Zeitpunkt, an dem es angenehm warm ist. Eigentlich wäre es der richtige Moment, um die Platte auszuschalten. Auf jeden Fall, wenn man darauf sitzen muss und nicht weg kann.

Ist das Wort präapokalyptisch damit gut erklärt?

Gedanken zu Armut

Ich bin nicht wirklich arm. Aber vor 4 Jahren habe ich aufgehört zu arbeiten und habe seitdem kein Einkommen. Ich war 60 Jahre alt. Wir sind wegen des Jobs meiner Frau in eine andere Stadt gezogen und ich wollte mich nicht mehr für eine neue Stelle bewerben. Seitdem leben wir nur vom Gehalt meiner Frau. Ich versuche, so sparsam wie möglich zu sein. Ich kaufe mir einmal im Jahr eine neue Hose wenn die alte anfängt kaputt zu gehen und alle zwei Jahre ein paar Sandalen. Das alte Iphone meines Sohnes konnte ich reparieren und benutze es seitdem. Und meine zwei Brillen für nah und fern habe ich bei Hema bereits vor ein paar Jahren für fünf Euro gekauft. Außer ab und zu ein Buch kaufe ich mir nichts. Trotzdem vermisse ich nichts aber ich hatte in den vergangenen Jahren etwas, was die meisten nicht haben, ich hatte viel Zeit für meine Kinder und für meine Hobbys, singen und musizieren.

Die Entscheidung, mit Arbeiten aufzuhören kam überhaupt nicht durch meinen christlichen Glauben. Aber natürlich gibt es vereinzelt Christen, die auf Grund ihres Glaubens bereit sind, Christus nachzufolgen. Sie würden das leichte Joch, das er anbietet, sofort auf sich nehmen. Viele der jüngeren Menschen haben sicher nie ein Joch gesehen, außer auf Fotos oder Gemälden. Es ist der Balken, der den Ochsen auf die Schulter gespannt wird und mit dem sie die schweren Lasten ziehen. Aber Christus sagt, mein Joch ist leicht. Wie kann das sein? Ich stelle mir das mit dem leichten Joch so vor: Es erscheint vielen als unmöglich, ihren Reichtum aufzugeben und sich dem einfachen Leben preiszugeben. Man gibt die Freiheit nicht so ohne weiteres auf, kaufen und machen zu können, was man will. Diese vermeintliche Freiheit ist so wichtig für uns, vor allem in unserer westlichen Gesellschaft. Deshalb ist die Entscheidung, unsere „Freiheit“ aufzugeben, sehr schwer und eigentlich unmöglich. Es ist, als müsste man ein schweres Joch auf sich nehmen, was man überhaupt nicht will. Aber die Menschen, die es geschafft haben, sich vom Zwang des Geldes zu lösen, stellen fest, dass sich so viele gute Wege öffnen, sein Leben zu gestalten, auch wenn man wenig oder kein Geld hat. Sie haben jetzt so viel echte Freiheit und weniger Verantwortung, dass sie nicht verstehen können, dass die Freiheit des Geldes wichtig für sie war. Alles ist plötzlich ganz leicht. Aus dem schweren Joch ist ein leichtes Joch geworden. Das bekannteste Beispiel hierfür ist vielleicht das Leben von Franz von Assisi.

Aber es gibt noch andere Menschen, die sich vom Zwang des Geldes befreien. Wenn man bei Google nach Minimalisten sucht, findet man sie. Sie geben auch ihren Job auf. Aber ich meine nicht diejenigen, die ein Sabbatjahr machen und anschließend oft wieder zu ihrer alten Lebensweise zurückkehren. Die Minimalisten, die ich meine, geben ihren Job auf und verkaufen ihren Besitz. Dann ziehen sie z.B. in ein Tiny House und versuchen, so sparsam wie möglich zu leben. Jedoch bei ihnen kommt diese Entscheidung oft nicht aus christlichen Motiven heraus sondern eher, um dem Konsumzwang zu entfliehen.

Und dann gibt es die Obdachlosen. Sie haben meist nicht aus freiem Willen diesen Weg gewählt, oder aus christlichem Glauben heraus. Aber auch sie haben keinen Besitz und keine Arbeit, sie konsumieren sehr wenig und alles was sie haben passt in zwei große Einkaufstaschen. Hier in Utrecht müssen sie keine Not leiden, die Stadt und viele Freiwillige, von denen ich auch einer bin, kümmern sich gut um sie. Und dass sie nicht unglücklich sind merkt man deutlich, wenn man mit ihnen zusammen ist.

Die Ursachen und Gründe all dieser Menschen, bewusst das einfache Leben zu wählen oder durch Umstände dort zu landen, sind sehr vielfältig. Bei den wenigsten sind es christliche Motive. Aber es gibt etwas, das sie alle gemeinsam haben. Etwas sehr stark christliches. All diese Menschen tragen das leichte Joch, das sie von Christus bekommen haben, ohne es zu merken. Und damit folgen sie Christus nach, ob sie selbst daran glauben oder nicht.

Die 12

Die Politik hat inzwischen zu wenig Einfluss auf die Weltwirtschaft, um effektiv mit Maßnahmen zum Klimaschutz eingreifen zu können.

Führungskräfte aus der Wirtschaft lehnen einen Eingriff in die Ordnungsprinzipien von Angebot und Nachfrage strikt ab oder sie geben Statements ab, die eine Stagnation des Wirtschaftswachstums als gefährlich kennzeichnen.

Es handelt sich bei ihnen um kluge Menschen, die selbstverständlich von „Grenzen des Wachstums“ gehört haben oder die die Probleme der Massentierhaltung kennen. Dass sie trotzdem fest an ihren Prinzipien festhalten, erscheint als vollkommen unlogisch.

Die einzige Erklärung hierfür ist, dass diese Menschen abgeschirmt in der Welt des Business leben und zwanghaft damit beschäftigt sind, Gewinne zu sichern. Ohne die Möglichkeit zu haben, über den Sinn ihres Handelns nachzudenken. Sie haben auch große Angst vor dem Markt und hüten sich davor, dort einzugreifen. Aber ist es nicht so, dass der Markt zufällige Eingriffe wie Bankenkrisen oder die durch das alljährliche Christmals Shopping hervorgerufenen erheblichen Nachfrageschwankungen von bis zu 50 % problemlos verkraftet? Warum sollen gezielte Eingriffe in den Markt irreversible Schäden hervorrufen?

Eine Lösung dieses Problems kann es nur geben, wenn man mit den einflussreichen Leuten aus der Wirtschaft oder den Managern direkt einzeln in Kontakt tritt und versucht, ihre Denkweise zu ändern und ihre Augen dafür zu öffnen, dass ihr Prinzip der Gewinnmaximierung Kollateralschäden verursacht, die ethisch nicht mehr vertretbar sind.

Die Frage ist natürlich, wie man mit diesen Führungskräften in Kontakt kommt. Als Einzelner hat man sicher keine Möglichkeit dazu. Anders wäre es, wenn man als Gruppe auftritt, in einer Gruppenstärke mit der magischen Zahl 12 vielleicht? Einfache und aufrechte Menschen mit festem Glauben an eine gute und gerechte Gesellschaft.

Man trifft sich an einem geschützten oder privaten Ort. Der Manager steht im Zentrum eines Kreises und kann sich auch hier als Mittelpunkt fühlen. Es darf keine politische Diskussion aufkommen sondern die Gespräche gehen ausschließlich über ethische Normen und christliche Werte.

Wer hat Ideen oder macht mit?